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Beitrag zur Larvalökologie von Melitaea athalia

Beitrag zur Larvalökologie von Melitaea athalia

Nachdem wir bereit bei Nacht erfolgreich die Raupen von Melitaea athalia, dem Wachtelweizenscheckenfalter gefunden hatten, musste nun die Überprüfung bei Tage gemacht werden. Sind die Raupen tagsüber ebenfalls in den Horsten von Digitalis purpurea zu finden? Findet man sie gar sitzend oder sonnend auf der Wirtspflanze? In der Vergangenheit ist dies im Saarland nicht nachgewiesen worden und unser letzter Raupenfund galt noch als Erstbeobachtung.

Tatsächlich hat die heutige Untersuchung ergeben, dass die Raupen auch am Tage gut bzw. noch besser zu finden sind. Überdies gelang ein Nachweis von Fraßaktivität am Tage. Wir konnten Aufnahmen der Larvalhabitate machen und einige typische Fundstellen dokumentieren.

Diese Raupe wurde beim Fressen beobachtet. Während des Fotografierens wanderte sie zur Blattspitze. Später entfernte sie sich von der Pflanze und wurde nicht wieder aufgefunden. Die älteren Raupen scheinen recht mobil zu sein.

Insgesamt konnten wir am heutigen Tag 6 Raupen nachweisen. Am Tag davor hatte Thomas Reinelt bereits eine weitere Raupe bei einem Spaziergang entdeckt. In den Pflanzen, in denen sich bereits bei der Nachtsuche Raupen fündig wurden, fanden wir ebenfalls wieder Raupen. Alle Fundpflanzen standen frei, d.h. über der Pflanze selbst gab es keine weitere Bodendeckung - da sich die Pflanzen hauptsächlich auf Windwurfflächen fanden, ist die Besonnung maximal. In der Nachbarschaft von Fundpflanzen fanden sich im Radius von 10m meist keine schattenspendenden Bäume. Einfe Fundstelle fand sich zwar in näherer Entfernung zu einer Fichte, diese war aber im unteren Bereich völlig nackt und ist lediglich in der Wipfelregion benadelt. Trotz des noch geringen Datenmaterials kann man vermutlich darauf schließen, dass exponierte, gut besonnte Wirtspflanzen bevorzugt werden. Weiter wächst die hier behandelte Wirtspflanze, der Rote Fingerhut, bevorzugt an solchen Stellen bzw. maximal im Halbschatten.

IMG 0633Typischer Habitus der Fundpflanzen mit Nachweis (Bildmitte). Die Raupen rollen sich bei Störung (Wühlen in der Pflanze...) zusammen. Die Position des Fundes hier ist durchaus typisch. Die Raupe wurde für das Foto freigelegt.

Die Fundpflanzen der jüngeren Raupen (5-7mm) waren durchweg mit recht vielen Blättern versehen - sie bildeten richtiggehend kleine Horste, in denen sich die Räupchen versteckten. Die ältere Raupe, die wir fanden (14mm) fraß an einer kleinen eher kümmerlichen Pflanze in einem Bestand, wo sehr viele kleine Pflänzchen standen. Bei den Nachweisen hatte der Untergrund der Pflanze meist noch einen Rohbodenanteil bzw. Nadelspreu. Die gezielte und intensive Nachsuche am Boden und in der Spreu ergab bisher keine Funde.

IMG 9027Wahrscheinlich das typische Larvalhabitat von Melitaea athalia im Warndt.

Schaut das Fotoalbum an, in welchem sich noch mehr Habitataufnahmen befinden.

Für die Flugzeit wird es interessant sein, das Eiablageverhalten zu beobachten - nun da die potenzielle Eiablagepflanze im Warndt bekannt ist und wir mit einer hohen Individuendichte rechnen können, sollte das doch gelingen.

Als Wirtspflanze ist Digitalis purpurea übrigens nicht neu, wie dieser Eintrag zeigt. Meiner Einschätzung nach muss es aber einen Unterschied zwischen den präfferierten Eiablagepflanzen und den Nahrungspflanzen der Jungraupen sowie später der erwachsenen Raupen geben. So konnte ich beispielsweise keinen Beleg finden für eine Eiablage an Wachtelweizen. Dass dieser später von den erwachsenen Raupen gefressen wird, ist jedoch gut dokumentiert. Der Rote Fingerhut scheint auch bei anderen Raupen hoch begehrt zu sein. Neben einigen unbestimmten Eulenraupen fanden wir eine weitere nicht bestimmte Bärenraupe (vermutlich Phragmatobia fuliginosa) und jeweils eine Raupe von Callimorpha dominula sowie - besonders erfreulich - von Parasemia plantaginis.

Exkursion in den Harz (Goslar )
"Wachtelweizenscheckenfalter"

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