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Exkursion am Hohneck

Hallo zusammen!

Ich wollte euch noch mitteilen was ich gestern auf meiner EIGENEN Exkursion am Hohneck, genannt die „Grande Tour“, so gesehen habe. Hier ist mal eine ungefähre Rekonstruktion der Route die ich gegangen bin:

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Los ging’s im Bereich der „Spitzkoepfe“, dem unserem Startpunkt am Parkplatz gegenüberliegenden Grat, wo ich mich leichtsinnigerweise von Roland getrennt habe und dann erstmal den südexponierten Hang runter bin. Hier habe ich dann im oberen baumfreien Bereich ca. 5 Erebia manto gesehen. Ich muss ja sagen dass ich den Falter nicht hätte zuordnen können wenn ich nicht gewusst hätte was es sein soll – der hat ja so gar nix charakteristisches, oder irre ich mich da? Die Weibchen sollen ja gelbe Flecken haben, aber meine waren wohl alle Männchen. Die hatten auf der Unterseite so gut wie gar keine erkennbare Zeichnung!?

[Nachtrag: kein Wunder daß ich verwirrt war und keinen Unterschied zu anderen Erebien gesehen habe - es waren ja wie Ronny erwähnt auch diverse andere Arten vertreten, und ich dachte alles was jetzt dort fliegt müsse E. manto sein...da die Tiere aber wirklich sehr aktiv und flüchtig waren hatte man selten Gelegenheit sie näher zu betrachten. Einen hatte ich dann aber mal im Netz und dokumentiert, so daß ich die Artenliste noch um einen sicheren Erebia meolans bereichern kann]

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Digitalis grandiflora – Gelber Fingerhut.

Ich bin dann durch eine Runse/Geröllabgang weiter nach unten. Am oberen Ende war ein kleiner quelliger Hangbereich mit Torfmoosen, Sumpfdotterblume und Parnassia palustris – Sumpf-Herzblatt

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Die Runse war jetzt nur schwach durchrieselt, bei Schneeschmelze rauscht es dort sicher kräftig durch. Dort war eine schöne natürliche feuchte Hochstaudenflur ausgebildet, mit Kälberkropf, Blauem und Gelbem Eisenhut, streckenweise auch nur Brennesseln.

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Der Blaue Eisenhut war lokal sehr häufig In diesem Bereich habe ich dann erstmals ca 5 Erebia ligea gesehen.

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Danach wollte ich eigentlich wieder zum Plateau und zu Roland zurück, aber wie so oft im Gelände stellt sich raus dass man den gleichen Weg wo man hergekommen ist nicht mehr gut zurück kann und es sicher einen noch viel „besseren und schnelleren“ Rückweg gibt.

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Von dieser Blockhalde aus habe ich ganz unten Wanderer gesehen und gefragt ob dort ein Weg ist. Nachdem ich unten und auf dem Weg war hab ich mich jedoch leider für die falsche Richtung entschieden, was mich dann nach Süden weiter vom Hohneck weitergeführt hat. Aber da hatte ich schon die Orientierung verloren… Im Wald westlich vom Lac de Fischboedle gab es dann an lichten Stellen immer mal wieder Erebia ligea.

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Hier gab’s sehr schöne Schluchtwälder mit Massenbeständen von Lunaria rediviva – Silberblatt. Muss zur Blütezeit toll aussehen! (Bild zeigt jetzt aber keinen Massenbestand)

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b2ap3_thumbnail_11.jpgLac de Fischboedle

Am Weg der Nach SO vom See wegführt gab es einen Fleck mit Wasserdost, hier tummelten sich mind. 20 Euplagia quadripunctaria auf engstem Raum, darunter auch 1 E. q. forma lutescens mit gelben Hinterflügeln. Hab kein Bild hinbekommen, da die Falter nur amrumwuseln waren und sich gegenseitig ständig aufgescheucht haben. Dazu wieder Erebia ligea, Gonepteryx rhamni, Argynnis paphia.

b2ap3_thumbnail_12.jpgFelsentor am Weg SO vom See

Zwischenzeitlich hatte ich eine Kartenkopie von Wanderern geschenkt bekommen. So viel hat sie mir aber nicht genutzt, da ich meist trotzdem nicht sagen konnte auf welchem Weg ich gerade war. Deshalb habe ich versucht ab dem See auf erkennbaren Fahrbahnen zu bleiben, auch wenn mich das erstmal ein gutes Stück  weiter weg geführt hat. Unter einem großen Umweg bin ich dann zum Lac de Schießrothried. Hinterm See ging’s dann schon sehr beschwerlich weil ich schon ziemlich schlapp war, hatte gar nicht zu essen dabei, und Wasser musste ich auch auf dem ganzen Weg schon rationieren. Wenigstens Wasser konnte und musste ich  dann in einem Quellbach auffüllen. Ich hoffe es war wirklich „ursprünglich rein“ und ich werde nicht krank… Ich kam dann in diesem Kessel „Wormspel“ raus, da wart ihr sicher auch. Quell-, Moor- und Hochstaudenfluren. Auch Mädesüß-Fluren (Wer hatte mir denn vorher gesagt es gäbe da kein Mädesüß für Brenthis ino und die  müssten dort was anderes fressen??). Hier gab es dann noch 2 neue Arten: 1 Männchen von Lycaena hippothoe (ganz alt) und 1 Männchen von Lycaena alciphron (ganz frisch mit herrlichem Blauschiller, mein Lebens-ErstBeo!).

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Das letzte Stück Aufstieg war dann extrem, ich war schon total schlapp und musste alle paar Schritte ausruhen… Für die Sachen die es da noch zu sehen gab hatte ich schon gar keinen Blick mehr, z.B. ein schöner mooriger Bereich mit viel Wollgras und Succisa. Toll fand ich noch Dianthus superbus – Pracht-Nelke.


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Kurz vor 19 Uhr dann der erlösende Anblick:

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Hallelujah!

War eine schöne Tour, auch wenn wir nicht soviel voneinander gesehen haben und mir immer noch alles wehtut. Weitere Arten die über den Tag noch zu sehen waren und mir grad einfallen:

Pflanzen:

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Das müsste die Brocken-Anemone bzw. Kleine Alpen-Küchenschelle sein (Pulsatilla alpina subsp. austriaca, Synonym Pulsatilla alba)

In den Borstgrasrasen/ Bergheiden:

  • Gentiana lutea - Gelber Enzian
  • Serratula tinctoria - Färberscharte
  • Arnica montana - Arnika
  • Centaurea montana - Berg-Flockenblume

Tiere:

  • Mit Roland zusammen noch 2 Gemsen gesehen
  • Trichius spec. – Pinselkäfer
  • Argynnis aglaja
  • Apatura iris
  • Pararge aegeria
  • Vanessa atalanta
  • Vanessa cardui
  • Inachis io
  • Aglais urticea
  • Cerapteryx graminis (Eulenfalter)
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