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Exkursion zu Arethusana arethusa

150 Liter Regen pro Quadratmeter hat man uns im Unwetterfall für Sonntag in Aussicht gestellt - Grund genug, die Exkursion entweder abzusagen oder es noch Samstag zu wagen. Hier ein Kurzbericht unserer kurzfristig doch noch zustandegekommenen Exkursion nach Lorry-Mardigny in Lothringen.

Der Entschluss, trotz der trüben Wetteraussichten noch nach Lothringen zu fahren, ist sehr kurzfristig gefallen. Thomas rief noch an, um zu fragen ob man nicht vielleicht doch noch fahren solle und die Sonne hatte gegen 9h noch freie Sicht auf den Erdboden. Also auf gehts!

Bereits unterwegs und kurz hinter Metz fallen uns die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Einige freie Stellen sind mit viel Phantasie noch am Himmel zu erkennen aber die Stimmung ist bereits eingetrübt. Am Steinbruch angekommen, begrüßen uns aber dennoch gleich in Schwärmen aufgescheuchte Polyommatus coridon. Man sieht sie überall in der Vegetation sitzen - schade, dass wir kein Stativ mit haben! Tatsächlich ist dann doch noch mehr an Faltern unterwegs, als wir erhofft hatten. Polyommatus coridon fliegt in Massen, Plebeius argus und Plebeius argyrognomon sind auch sehr gut vertreten. Dann ein Pyrgus armoricanus und (!) Hesperia comma - wir sind schon einigermaßen zufrieden und gehen weiter in das Steinbruchgebiet hinein. Tatsächlich finden wir dann einen Arethusana arethusa! Dem laufen wir dann noch zu dritt nach - ganz schön flott unterwegs bei dem trüben Wetter. Bevor wir ihn aus dem Auge verlieren, laufen wir aber in ein Stück rein, in dem wir etwa 10 weitere aus der Vegetation aufscheuchen. Aha! Genug für alle zum Fotografieren und genauer anschauen, ohne dass man sich so müde machen muss. Am Ende zählen wir vielleicht 50 Exemplare - nach Polyommatus coridon (>400) ist es die zweithäufigste Art! Nun können wir schon sehr zufrieden sein. Leider ist die sehr schöne Art in Deutschland bereits ausgestorben.

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Eigentlich sehr scheu, bleiben sie bei trübem Wetter schon mal sitzen - meist aber nicht lange genug, dass man sich anpirschen könnte oder gar ein Stativ aufgestellt bekommt. Hinzu kommt, dass sie sich gerne in der Vegetation verstecken; so ist fast immer ein Grashalm im Weg.

Dem trüben Wetter sei dank, gelingt es uns, einige Belegfotos zu schießen - bei Sonnenschein hätten wir die scheuen Tiere sicher nicht erwischt. Im oberen Bereich des Steinbruchs flog bis 2003 noch Hipparchia semele, den wir leider heute nicht finden.

Folgende Arten finden wir im Gebiet:

Arethusana arethusa (Denis & Schiffermüller, 1775), Rotbindiger Samtfalter
Aricia agestis (Denis & Schiffermüller, 1775), Polyommatus agestis
Boloria dia (Linnaeus, 1767), Magerrasen-Perlmutterfalter
Coenonympha pamphilus (Linnaeus, 1758), Kleines Wiesenvögelchen
Colias alfacariensis Ribbe, 1905, Hufeisenklee-Gelbling
Cupido argiades (Pallas, 1771), Kurzschwänziger Bläuling
Cupido minimus (Fuessly, 1775), Zwerg-Bläuling
Hesperia comma (Linnaeus, 1758), Komma-Dickkopffalter
Issoria lathonia (Linnaeus, 1758), Kleiner Perlmutterfalter
Lasiommata megera (Linnaeus, 1767), Mauerfuchs
Maniola jurtina (Linnaeus, 1758), Großes Ochsenauge
Papilio machaon Linnaeus, 1758, Schwalbenschwanz   (Raupe)
Pieris rapae (Linnaeus, 1758), Grünader-Weißling
Plebeius argus (Linnaeus, 1758), Geißklee-Bläuling
Plebeius argyrognomon (Bergsträsser, 1779), Kronwicken-Bläuling
Polyommatus bellargus (Rottemburg, 1775), Himmelblauer Bläuling
Polyommatus coridon (Poda, 1761), Silbergrüner Bläuling
Polyommatus icarus (Rottemburg, 1775), Hauhechel-Bläuling
Pyrgus armoricanus (Oberthür, 1910), Zweibrütiger Würfel-Dickkopffalter
Thecla betulae (Linnaeus, 1758), Nierenfleck-Zipfelfalter

Eigentlich soll es noch weiter gehen zu einer zweiten und dritten Stelle (Vaville und Jézainville), doch nun macht uns das Wetter tatsächlich einen Strich durch die Rechnung. Wir schaffen es gerade noch zum Wagen. Wenig später auf dem Heimweg regnet es schon so stark, dass der Scheibenwischer es kaum noch schafft. Glück gehabt! Und es war doch eine gute Entscheidung am Morgen loszuziehen!

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Mantis religiosa hier ein Männchen - trotz vergleichsweise kühler Witterung war diese hier recht aktiv und ließ sich kaum fotografieren.

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Eutrix potatoria ist hier recht spät dran im Jahr. Dieses Weibchen fand sich in der Nähe eines Eipaketes.

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Was das hier wohl ist? In der Nähe gab es noch verschiedene Arten von Enzian - Botaniker kommen in diesem Gebiet sicher auch ihre Kosten.

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Die letzten Zygaenen sind unterwegs. Hier sehen wir wohl Zygaena viciae viciae.

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Polyommatus coridon - hier bei der Kopula - war der häufigste Falter im Steinbruch. Über 400 Exemplare schätzen wir. Es könnten auch leicht 1000 gewesen sein - aber das ist schwer zu schätzen. Wir finden noch drei Weibchen der f. syngrapha. Roland erklärt uns, wie man die syngrapha im Flug erkennt und tatsächlich gelingt es uns kurz darauf. Es ist wirklich schon im Flug deutlich zu erkennen!

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Aricia agestis finden wir in einer Schlafkolonie mit über 20 Exemplaren. Leider fehlt das Licht für gute Bilder.

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Neben Plebeius argus (Foto) fliegen im Steinbruch noch Plebeius argyrognomon und Plebeius idas. Ein gutes Gebiet, die Unterscheidung der drei Silberfleckbläulinge zu üben. Mit der Zeit geht es ganz gut, wenn man die Variabilität innerhalb eines Gebietes kennt.

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