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Limenitis camilla im Nordsaarland

Limenitis camilla im Nordsaarland

Ein wunderschöner sonniger Sonntag aber krachkalt bei -5°; Schneeverwehungen auf den Anhöhen und eisiger Wind. Es ist der 7. März, 10:00 Uhr in der Früh bei Türkismühle, der ersten Station bei der Vergleichsexkursion im Nordsaarland. Die Hibernarienfunde im Warndt mussten unbedingt in Relation gesetzt werden. Sind in dem ausgezeichneten camilla-Lebensraum bei Türkismühle wirklich keine Raupen zu finden? Wie sieht es in anderen, auch kleineren Wäldern aus? Sind sie schwerer zu finden, die Abundanz der Raupen niedriger? Einige Stichproben sollen die Fragen beantworten.

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Es ist kalt, sehr kalt und windig - aber schön...

Erste Station: Türkismühle

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Es finden sich in der Probestrecke 23 Nachweise an Lonicera periclymenum, davon 16 lebende Raupen. Die am Bachlauf gelegene Teilstrecke (östlicher Teil) kann als klassisch für den Kleinen Eisvogel bezeichnet werden. Dort finden sich zur Flugzeit auch die meisten Imagines. Es ist aber auffällig, dass an den vergleichsweise spärlich vorhandenen Wirtspflanzen relativ gesehen zu wenige Raupen gefunden werden. Es kann vermutet werden, dass weitere Larvalhabitate mit stärkeren Beständen der Wirtspflanze im weiteren Umfeld zu finden sind. Der weiter westlich gelegene Rückweg der Probestrecke ist wesentlich trockener und dort finden sich – nicht weniger zahlreich – Nachweise direkt am Wegesrand. Eine genauere Untersuchung des Gebietes würde höchstwahrscheinlich ergeben, dass zahlreiche und gute Bestände von Lonicera periclymenum in anderen Teilen des Waldes zu finden sind. Direkt an der Autobahnbrücke (südlicher Teilabschnitt) befinden sich mehrere Büsche von Lonicera xylosteum, die jedoch nicht belegt sind.

Zweite Station: Hofeld-Mauschbach

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Die zweite Probestrecke befindet sich bei Hofeld-Mauschbach. Es handelt sich um einen sehr kleinen Wald, der im unteren (östlichen) Bereich aber durchaus geeignet erscheint. Einige wenige Lonicera periclymenum und xylosteum finden sich dort. Es konnten weder Raupen noch sonstige Spuren festgestellt werden.

Dritte Station: St. Wendel (Nähe Harschberger Hof)

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Die dritte Probefläche bei St. Wendel (Nähe Harschberger Hof) hat Steffen Caspari ausgesucht und gibt es den Kleinen Eisvogel nachweislich. In einer feuchten Senke werden wir bald fündig – wir stellen unser Auto direkt neben einigen Symphoricarpus albus ab und beginnen zu suchen. Es dauert keine 3 Minuten und die ersten Raupen sind gefunden. An Lonicera periclymenum in der näheren Umgebung tun wir uns zunächst etwas schwerer. Nach einer Viertelstunde haben wir aber die richtige Stelle gefunden. Diese befindet sich (schon wieder...) etwas abseits der feuchten Senke in einem Bestand mit jungem Aufwuchs an Birken und Buche. Dort finden wir dann schnell 4 Raupen und brechen die Suche ab.

Eine interessante Frage ist also welches die kritische Waldgröße ist, damit der Kleine Eisvogel dort stabile Populationen bilden kann. Eine Erkenntnis aber drängt sich immer mehr auf. Der Kleine Eisvogel ist im Saarland wohl tatsächlich noch nicht gefährdet.

Verstärkung bei den Pflegemaßnahmen
CLIMATIC RISK ATLAS OF EUROPEAN BUTTERFLIES

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