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Odyssee per Bahn

Odyssee per Bahn

Wer im Warndt lebt weiß - dort kommt er mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum hin und noch viel schlechter wieder weg. Aber wer hätte gedacht, dass man selbst sein Ziel von Saarbrücken aus kaum erreichen kann, wenn man nur das falsche Reisemittel wählt? Vor dem Hintergrund des 17. apokalyptischen Streiks der Lokführer ahnt ihr vermutlich schon, worauf dieser "Brief aus dem Warndt" vermutlich hinaus läuft.

Odysseus wäre schockiert, wenn er wüsste, was ihm hätte alles passieren können, wenn es seinerzeit schon eine Organisation Namens Deutsche Bahn (DB) gegeben hätte. Er hatte Glück und einen solch großen Reisedämon gab es noch nicht. Saarbrücker aber wissen - so ist’s, das gibt's. Wenn man von SB nach Mannheim schon über 2h braucht, dann ist der Käs eigentlich schon gegessen. Nach Paris kommt man freilich viel schneller, obwohl es doppelt so weit ist, aber das ist die Relativitätstheorie der DB. Ich hatte bislang sowieso nie viel Glück bei Bahnreisen, obschon man auf solches dabei auch nicht angewiesen sein soll.

Aber wenn ich Bahn reise, dann steigen schon mal hunderte Verrückter ein, die einen mit Farbpulver bewerfen oder Fußballfans, die Dir schon kurz vor Mainz vor die Füße kotzen. Grundsätzlich sind nur ganz wenige Züge pünktlich - zumindest dann, wenn ich in ihnen sitze. In drei Fällen von fünf geplanten Bahnreisen streiken die Lokführer. Sobald ich in einem Zug der DB sitze, beginnen Selbstmörder, die sich später einmal vor den Zug werfen wollen, unruhig zu werden und es sehnt sie nach einer großen Tat. Aber ich bin kein Verschwörungstheoretiker und auch glaube ich nicht an sonderbar gehäufte Zufälle und glaube auch dieses Mal wieder an das Gute (bei der DB). Was soll auch passieren? Schließlich habe ich auch die BahnCard 50 und die muss ich noch ausnutzen, bevor sie ausläuft und ich werde sie ganz ganz sicher nicht verlängern (unbedingt kündigen! Gleich! Sonst verlängert sie sich wieder von alleine…). Die Flüge diese Woche nach Linz sind sündhaft teuer und unter einem Tausender ist kaum was zu machen! Also überlege ich - die Winterreifen müssen eh runter - mit dem Zug zu fahren, während mein Wagen in Saarbrücken in der Werkstatt stehen bleibt zwecks Reifenwechsel und Inspektion, scheint mir keine ganz dumme Idee. Mit dem Zug dauert es zwar eine Zeit lang bis Du in Linz bist, dafür kannst Du aber dann auch entspannt arbeiten und kannst spät am Abend ein Bierchen trinken. Was war an dem Plan schlecht???

Nun ich hatte eine Zugverbindung gebucht, die mit knapp 8h auskommt - es geht auch deutlich länger. 13:47h geht es in SB los, Umsteigen in Mannheim und dann nochmal in Frankfurt. Beim Umsteigen in Mannheim sind 15 Minuten und in Frankfurt nochmal 17 Minuten Zeit, das richtige Gleis zu finden. Tip top! Die erste Ernüchterung erwartet mich aber schon vor der Abfahrt in SB. Der RE hat Verspätung; genau 15 Minuten! Also Zeit ist genug und ich renne ins Reisecenter und die machen mir für den Fall der Fälle 2 Alternativpläne. Damit ich mich entscheiden muss, sind es zwei…  Die erste Option - „Sie müssen ja nicht mit dem TGV nach Frankfurt - etwas später geht ja noch der ICE xy“ - den erreichen Sie in Mannheim locker - mindestens 10 Minuten Zeit haben Sie da noch. Die zweite Option: ab Mannheim nach Stuttgart und so weiter und Sie kommen eine Stunde später in Linz an. Hmm… also die Entscheidung fällt in Mannheim? Ja schon. Aber relevant ist dort nicht, ob ich diesen ICE noch erreiche, sondern ob dieser ICE in FRA bzw. Hanau den anderen ICE erreicht - so weit ist mir das klar. Also entscheide ich mich für die kürzere Variante - sicherheitshalber soll ich auch nicht schon in FRA umsteigen, sondern erst in Hanau, weil der ICE dort noch etwas Aufenthalt hat und dann ginge sich das locker aus. Also sitze ich endlich im RE Richtung Mannheim und hoffe insgeheim noch, dass er die Verspätung aufholt.

Ich versuche zu arbeiten, WLAN geht aber nicht und über LTE und das Telefon geht auch kaum eine stabile Verbindung. Im Pfälzer Wald ist dann eh Schluss. Aber ab Mannheim sollte es ja gehen. Die ICEs haben schließlich neuerdings alle WLAN und dann kann ich es mir erst mal gemütlich machen (denke ich…). Die Ansagen im Zug sind gewohnt hilfreich - alle möglichen Anschlusszüge in das Pfälzer Hinterland werden erreicht, wenn ich in Landstuhl, Kaiserslautern, … aussteige. Es bleibt bei konstant 15 Minuten Verspätung. Damit das so bleibt, muss der Zug eigens auf freier Strecke einige Pausen einlegen und auf irgend was warten. Dann geht es quälend langsam aber unaufhörlich weiter Richtung Mannheim. 14 Minuten… es könnte klappen. In Mannheim sind es dann doch 17 Minuten. Die 2-3 Minuten beim Einlaufen in den Bahnhof rechnet man bei der DB halt eben nicht mit dazu. Die brauchen die notfalls auch für die letzten 2 Meter.

Den ICE erreiche ich aber noch im schnellen Lauf, denn der ist pünktlich. Von nun an sollte ja alles gut gehen - wieder im Plan und wieder 15 Minuten beim nächsten Umsteigen… Nun Rechner aufgeklappt, WLAN aktivieren… NEIN! Geht nicht - die Telekom hat vorübergehend den Job übernommen, mich zu zermürben. Eine halbe Stunde rumgemacht! Ich weiß jetzt, es hat funktioniert, doch ist das Netz so langsam, dass man gar nicht merkt, dass man tatsächlich verbunden ist. Arbeiten hahaha…  Der Teil des Plans ist schon mal gescheitert. Also ab ins Bordrestaurant. Das ist geschlossen und dort sitzen nur DB-Angestellte mit ihren hässlichen blauen Kostümen dumm rum. Die sagen nichts… dafür die Stimme aus dem Lautsprecher etwas später in bedauerndem Ton, dass das Boardrestaurant erst ab Hanau geöffnet werden kann und der Wagen xx komplett geschlossen bleiben muss. Dass der Sch*** ICE tatsächlich schon 6 Minuten Verspätung rausgefahren hat, kommt nicht - das sagt mir der Verspätungsalarm über das Telefon. 6 Minuten - reicht ja immer noch locker, um in Hanau umzusteigen. Neben mir macht einer eine Bemerkung von wegen das sei ein Geisterzug und der führe nirgendwo hin.

Ein anderer fragt einen der Bahn-Bediensteten im „Board-Restaurant“, die da rum sitzen, ob Anschluss XY wohl noch erreicht wird. Die Antwort - „Das weiß ich nicht, woher sollte ich das wissen?“. Darauf der Herr wieder: „Ja aber Sie sind doch schließlich von der Deutschen Bundesbahn!“ - Antwort: „Nein - das bin ich nicht!!!“.  Der Herr wieder: „Aber hier auf ihrer Jacke da steht es doch! DB! Deutsche Bundesbahn!“. Der Bahn-Mensch zurück: „Ha! Da haben wir es doch - Deutsche Bundesbahn gibt es schon lange nicht mehr! Deutsche Bahn ohne Bundes!!! DB!!!!! Deutsche Bahn! Blafft er. Weiter: "Aber Sie fragen sowieso den falschen ich fahre hier auch nur so mit!“. Super - ich frage mich auch grad, wen ich fragen könnte, ob sich das noch ausgeht… Aber den frag ich sicher nicht, sonst hau ich ihm noch eine rein.

Die Verspätung wird mehr! 14 Minuten, 13 Minuten, 14 Minuten … es pendelt hin und her (3 Minuten im Sinn für das Einlaufen und ich verpasse den Anschluss!!!). Sicherheitshalber vor dem Einlaufen noch ein Stop auf freier Strecke - ich glaube inzwischen, dass der ICE, in den ich einsteigen wollte, erst rausfahren musste, bevor wir rein konnten. Macht aber eh nix, weil der fährt ja wohl noch über den Flughafen?! Aus FRA Hauptbahnhof laufen wir in quälend langsamer Manier aus und nun ist Schichtwechsel - der „ich fahr hier auch bloß mit“-Bahn-Mensch übernimmt die Rolle eines anderen und ist jetzt im Dienst - Weiß Gott was der jetzt macht. Mit dem Boardrestaurant oder irgendwelchen Auskünften hat er jedenfalls immer noch nichts am Hut. Ich finde noch jemanden, der im Begriff ist, die Wahrscheinlichkeit des Erreichens verschiedener Anschlusszüge weiszusagen und frage ihn nach meinem ICE nach Linz. „Uiiiii warum haben Sie nicht früher gefragt… das wird knapp! Da kann ich jetzt auch nichts mehr machen!“. Ich meinte nur, naja 13 Minuten - das sollte doch noch passen! Er: „Ja aber wir verlieren sicher nochmal 2-3 Minuten beim Einlaufen." *heul*. Ich bin kurz vorm Ausrasten. Was soll da ein Hooligan machen? Der wär längst nicht mehr unter Kontrolle - längst nicht mehr. 

Und überhaupt… wenn die in Einzelfällen warten, was mir der Auskunftswillige suggerierte, dann ist mir sowieso klar, weshalb kaum ein Zug pünktlich ist und ab der zweiten Tageshälfte Chaos herrscht. Es kommt, wie es kommen muss, der Linz-ICE ist top-pünktlich und wir haben es auf genau 18 Minuten Verspätung gebracht. Großartig. Die Optionen? Haha - in Mannheim nach Stuttgart umsteigen (vor einer Stunde) - geht nicht mehr. Man klärt mich bald auf, dass ein Hotelgutschein in Passau die für mich günstigste Alternative sei… NEIN ich mache dem jetzt ein Ende und buche einen Flug; koste es was es wolle. Für diese Entscheidung werde ich noch von der Bahn bestraft: sie parken die S9 mit der ich von Hanau zum Flughafen zurückfahre, direkt unter der EZB im U-Bahnschacht. Dort steht sie ja gut und die Stimmung der Insassen wird immer besser. Zumindest ein paar von den Leuten hatte heute auch was vor und zwar was anderes als U-Bahntunnelwatching. Zwar gibt es in der Bahn noch Licht, aber es riecht schon ganz schlecht nach altem Fett und U-Bahnmonstern, die hier auch schon ewig warten müssen.  Wollen die etwa, dass ich den noch schnell gebuchten Flug für 800 Euro, der in 1,5 h gehen soll, auch noch verpasse? Bekommen die das hin? Etwa hier??? In dem U-Bahntunnel? Ich rechne mit dem allerschlimmsten.

Dann aber keimt Hoffnung - es geht weiter und wir im Zug sind alle froh, als wir das Tageslicht wieder sehen! Es ist noch hell und die Sonne scheint. Am Flughafen ist dann alles Routine und in der Lounge beginne ich, dies hier zu schreiben, um es zu verarbeiten und den Tag zu vergessen. Dabei helfen ein paar Glas Wein. Der Wein ist schlecht, tun aber seinen Zweck. Was mich dann noch erwartet, ist der normale Wahnsinn und derjenige, der heute Drehbuch schrieb, war wirklich wach bis zum Ende und unnachgiebig. Gate A28 ist am A*** vom Frankfurter Flughafen - es ist heute mein Gate, das zumindest denke ich, bis ich dort ankomme. Dort steht Gütewechsel nach A69 und das hört sich nach wenig an, ist aber genau am anderen Ende vom Flughafen - nicht übertrieben mindestens 1,5km weit weg! Ich bin knapp dran… und dann kommt der erlösende 2. Gatewechsel (man hoffte wohl, dass ich den nicht mitbekomme und erst nach A69 renne, aber nicht mit so einem alten Hasen!). Dann sitze ich endlich im Flieger. Die NSA muss hier wohl gerade ein neues Folterprogramm testen??? Ein ganz entsetzliches Gefiedel aller möglichen Walzer kommt ohne Unterlass und in unerhörter Lautstärke aus dem Lautsprecher und das hört tatsächlich erst auf, als wir schon abgehoben haben. Aber so weit sind wir natürlich noch nicht. Wir sitzen pünktlich im Flieger, der Flieger ist bereit, der Tower sagt los gehts, aber die drei armen Deppen, die noch am Gate A28 sitzen (ich hab die gesehen - ich bin mir sicher, das waren die!), haben es nicht rechtzeitig geschafft und nun muss deren gottverdammtes Gepäck ausgeladen werden und das kann schon mal 30 Minuten dauern (das ist auch in etwa die Zeit, die man von A28 nach A69 und dann zurück nach A19 braucht), je nachdem, wo der Mist steckt.

Schaffen wir es noch, den Linz-Flieger zu verpassen? Für diesen Fall ist mein Plan klar und unumstößlich: Ich werde in Wien richtig einen drauf machen und sicher bis Donnerstag volltrunken sein. Aber ich schlafe dann endlich beim Nachdenken über diesen unkaputtbaren Alternativplan ein und werde erst wieder wach, als wir gelandet sind und das schreckliche Gefiedel wieder begonnen hat. Ahhhhh…   Linz: 22:20h ist noch planmäßig und 23h sollte ich dann endlich in Linz sein, wo ich ein Taxi hinbestelle. Kann ja nix mehr schief gehen. Dafür, dass ich 13:47h los bin und der Spaß knapp 1000€ zusammen gekostet hat, kann ich doch noch recht zufrieden sein. In Linz bin ich dann tatsächlich „pünktlich“ gekommen. Im sehr kurzen Verbindungsflug von Wien nach Linz wurde ich schon kurz vor der Landung durch eine zielsicher und hoffentlich doch wohl unabsichtlich in Gesichtsnähe platzierte Flatulenz einer Stewardess geweckt. Mein Taxi wartet schon und ich bin noch vor Mitternacht im Bett - wie wunderbar! Das Niederschreiben hat mir geholfen, das Elend zu verarbeiten und ich habe bis Mittwoch Abend nicht mehr an die Bahnfahrt denken müssen.

Aber nun steht ja langsam die Rückfahrt an und ich lese, dass Weselsky einen weiteren Anlauf nimmt, dem Wahnsinn eine noch breitere Bresche zu schlagen. Die Zugrangierlockführer (oder so ähnlich) sind eine kleine Unterkaste der gemeinhin als Lokführer bezeichneten Gruppe. Diese gehören wohl aber noch nicht so richtig zu Weselskies Anhängerschaft und müssen erst durch einen eigens für sie organisierten Streik gewonnen und begeistert werden. Man kann nun bei der Bahn sogar schon „live“ Bahnverbindungsabfragen machen und bekommt damit raus, ob ein bestimmter Zug tatsächlich fahren soll oder eben doch nicht und ob er vielleicht eine geplante Verspätung haben wird und so weiter. Die Suche und Darstellung der Ergebnisse dieser Abfrage erinnern stark an die Buchungsroutine, jedoch sind das völlig unterschiedliche Dinge, wie ich rausgefunden habe. Zwar kann man die ganzen nicht verfügbaren Züge inklusive Reservierung noch schön buchen, die Live-Auskunft rät einem aber indirekt davon ab, weil die gebuchte Verbinung darin gar nicht mehr gefunden wird. Ich bin ja flexibel und außerdem hab ich ja schon ein Ticket.

Aber natürlich habe ich keine Reservierung… Also muss ich diese wohl nachträglich dazu buchen. Dann habe ich nämlich hinterher zwei Reservierungen - eine in einem Zug, den es sicher nicht geben wird und eine in eine Zug, der hoffentlich fährt aber erwartungsgemäß in umgekehrter Reihenfolge im Startbahnhof einlaufen wird… Meine gewählte Verbindung geht nun 16:17h in Linz per ICE bis nach Mainz Hbf. Das sollte gemütlich sein und wenig Stress machen. Und es funktioniert tatsächlich!!! Wir fahren pünktlich los, ich finde meinen Platz und fange an zu schlafen. Den Anschluss in Mainz sollte ich, wenn er überhaupt geht, ganz sicher schaffen, denn ich muss dort fast eine Stunde warten. Erwartete Ankunft in SB: 1:21h! Gute Nacht!!! Aber immerhin sollte es keinen Stress geben. Wie unwichtig aber die ganze verfluchte Reiserei und die  vielen Kleinigkeiten sind, über die ich mich in diesem Blog hier auslasse, wird mir noch vor meiner Abreise in Linz klar. Eine herzensliebe Taxifahrerin, die mich regelmäßig in Linz gefahren hat und mit der ich mich immer sehr gerne angeregt unterhalten habe, wurde von einem wahnsinnigen mit zig Messerstichen umgebracht. Das macht mich mehr als traurig und dass ein Mensch so etwas überhaupt tun kann, mag ich einfach nicht fassen. Das Leben ist so kurz und so unerwartet und schnell kann es schon vorbei sein.

Endlich Zeit
für „Ah!“ und „Oh!“ statt
„Wann sind wir’n endlich da?“
Diese Zeit gehört Dir.

Dies ist einer der aktuellen Werbeslogans, der nun in den Wagen der DB oft hängt. O ja! Sehr viel Zeit! Und danke für den Hinweis, dass es eigentlich tatsächlich MEINE Zeit ist, die ich Montag sinnlos vergeudet habe. „Dieser Teil ihrer Lebenszeit wurde Ihnen genommen von DB! Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit Claus Weselsky, dem letzten echten Despoten der Reisezunft“ Lautet meine Interpretation. Warum ich nicht gerne Bahn fahre? Es dauert leider immer sehr lange, viel zu lange, bis man an seinem Ziel ist. Natürlich es gibt auch schnelle Verbindungen, doch was nutzt mir die Verbindung Köln-Frankfurt wo ich doch in Saarbrücken lebe? 2:30h bis nach Mannheim? 9h und mehr bis nach Linz? Damit kann man sich noch einrichten, wenn man denn wirklich in Ruhe arbeiten könnte im Zug oder was tun. Aber Internet brauche ich leider schon dazu („Momentan ist kein Internet verfügbar“). Die Zugverbindung von Linz bis Mainz ist leider ohne Internet, obschon das WLAN recht gut läuft und einen fortwährend mit „versuche Sie es später noch einmal.“ vertröstet. Immerhin kann ich heute schlafen, aber ich hätte schon gerne noch vor meinem Urlaub ein paar wichtige Dinge erledigt, die ich nun sonst IM Urlaub erledigen muss und da ist es dann auch wieder MEINE Zeit. Das

  • Boardrestaurant bleibt bis Hanau geschlossen! — Ah!
  • Ich bin nicht von der Deutschen Bundesbahn! — Oh!
  • Der Zug läuft heute in umgekehrter Reihenfolge ein! — Ahhh!
  • Warum haben Sie das nicht früher gesagt? — Ohhhhhhhh!
  • Sie erhalten einen Hotelgutschein! — Oh?? Ich will aber nach Linz!
  • Da bringen wir Sie heute leider nicht mehr hin! — Ohhhh Ah
  • Wann sind wir’n da?  — Das kann ich Ihnen nicht sagen! Die Bahn macht (im)mobil!
  • „In Saarbrücken kann mit Anschluss nicht gerechnet werden!“ — mit weisem Weitblick gesprochen! Oha und Oho! Mein lieber Loriot!

Weiter im o.a. Werbeplakat der DB heißt es:

Diese Zeit gehört Dir.
Erzählen Sie uns, was Sie aus Ihrer Bahnfahrt machen.
Mehr Infos und viele Gewinnspiele auf bahn.dedeinezeit
Die Bahn macht mobil

Gerne doch. Ich reiche sobald ich Internet habe, diesen Beitrag für die Bahnzeitschrift ein. Sicherheitshalber aber warte ich noch bis ich in Saarbrücken angekommen bin - wer weiß, welche Kapitel diese Linz-Reise noch für mich entfalten wird. Und wie stelle ich mir eine Bahnreise vor, die ich gerne machen würde und mit der ich zufrieden wäre? Gar nicht so viel anders als die heute von Linz nach Saarbrücken. Der Zug fährt pünktlich los, alles läuft reibungsfrei und ich kann wahlweise schlafen, arbeiten oder sonst was tun. Das Internet ist kostenfrei und funktioniert vom Anfang bis zum Ende, ohne dass ich aus den Anwendungen fliege, die ich geöffnet habe. So lässt sich auch eine längere Fahrt im Arbeitsalltag überstehen. Super wäre es, wenn der Zug nicht nur auf dem Platten Land hinter Plattling schnell fahren würde, sondern durchgängig bis zum Ziel. Da ließen sich locker 2h rausfahren. Jahrelang anhaltende Streiktiraden, die 90% aller meiner Bahnreisen betrafen, gibt es nicht mehr und auf meinen Anschluss muss ich nicht eine Stunde warten. Die Züge sind generell pünktlicher und ein Zug wartet nicht auf den anderen, so dass man sich künstlich im Laufe des Tages zwangsläufig große Verspätungen ergeben.

Bäume in den Warndt getragen
Wir locken den Schwalbenschwanz in unseren Garten!

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