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Sandgrube bei Kleinrosseln und Forbach

Die Sandgruben und Industriebrachen im Warndt will ich dieses Jahr etwas genauer unter die Lupe nehmen. Der Winter bietet sich an, einige Flächen schon mal zu inspizieren, um spätere Begänge besser planen zu können. Als erstes stand die Sandgrube bei Kleinrosseln und Forbach an. Etwas kleiner als die Sandgrube bei Merlebach ist sie jedoch bereits jetzt sehr vielversprechend und Plebeius idas sowie Melitaea cinxia finden hier ideale Bedingungen.

IMG_6786Die Sandgrube ist der Öffentlichkeit inzwischen zugänglich und erste Hinweisschilder wurden aufgestellt. Die Wechselkröte findet in der Sandgrube hervorragende Bedingungen. Es kann vermutet werden, dass - wie in der Sandgrube bei Merlebach auch - weitere Krötenarten hier zuhause sind.

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Die Karte zeigt die Lage der Sandgrube. Der rot markierte Bereich wurde ehemals für den An- und Abtransport von Material über den Schienenweg genutzt. Es ist eine ebene Fläche, die hauptsächlich mit Bergematerial und Schlacke bedeckt ist. Die Vegetation dort ist in langsamer Sukzession begriffen. Erste Birken, Kiefern und viele Zitterpappeln geben dem kargen Gelände ein fast schon unwirkliches Aussehen. Die blau markierte Fläche ist eben und stellt den Kernbereich der Cross-Bahn dar. Die grün markierten Bereiche sind sehr abwechslungsreich strukturiert und besonders interessant als potenzielle Lebensräume für Schmetterlinge. Besonders die südexponierten Hänge lassen wärmeliebende Arten erwarten.

IMG_6768Während erste Birken, Kiefern und Zitterpappeln bereits wachsen, ist eine Bodenvegetation kaum vorhanden. Teils wächst nur Moos - an einigen Stellen finden sich erste Thymianpolster. Im gesamten Gelände finden sich reichlich Verbissspuren. Es scheint gar als seien Ziegen im Umfeld tätig.

IMG_6771Weitgehend offene Flächen auf der Ebene sind teils reich mit Spitzwegerich bestanden und Melitaea cinxia sollte gute Bedingungen finden. Nach Nestern haben wir nicht suchen wollen, da es noch eine große Fläche zu erkunden gab. Im übrigen sollte hier auch Plebeius argus in großer Menge vorkommen - das wird sich im Frühjahr zeigen.

IMG_6772Thmymianpflanzen wie diese besiedeln nun die karge Fläche.

IMG_6773Blick auf die Motocrossbahn. Sie ist reich mit schon älteren Besenginsterbüschen bestanden. Dank der Crossfahrer werden aber viele freie sandige Bereiche ständig offen gehalten. Thymian wächst dort noch nicht - der Boden scheint selbst dafür zu mager zu sein.

IMG_6777Auf dem Satellitenbild ist diese Fläche noch von Wald bestanden. Inzwischen ist die Fläche freigestellt und es wurden zwei Teiche mit eingebauter Folie erstellt, die der Wechselkröte und anderen Amphibien einen Lebensraum bieten sollen.

IMG_6778Dieser südexponierte Hang ist mit Sand und Schlacke modelliert worden. Wärmeliebende Falter, die Blaue Ödlandschrecke oder auch die Gottesanbeterin werden hier sicher glücklich.

IMG_6780In weiten Teilen ist der süd- bis südost-exponierte Hang mit reinem Sand modelliert worden. Dort schafft es an vielen Stellen nur Moos, Fuß zu fassen und die Sukzession sollte sehr langsam verlaufen. Auch scheint der Verbissdruck sehr hoch zu sein. Selbst Besenginster wird gefressen.

IMG_6781Ähnlich wie in Merlebach, aber längst nicht so imposant, gibt es auch in dieser Sandgrube steile Sandabbrüche, die dauerhaft vegetationsfrei bleiben werden.

IMG_6782Solche Besenginster-Krüppel gibt es zu Genüge. Plebeius idas sollte hier viele geeignete Eiablagepflanzen finden. Dieser Besenginster ist stark verbissen und ich fand in der Umgebung Losung von Kaninchen und Schafen/Ziegen sowie Rehen.

IMG_6787Die Sandgrube ist an vielen Stellen sehr viel abwechslungsreicher strukturiert als jene in Merlebach. In Randbereichen finden sich immer wieder Zitterpappeln. Apatura ilia sollte hier ein gutes Larvalhabitat haben.

IMG_6788Auf diesen Sandrasen, wie er wohl magerer nicht mehr sein kann, freue ich mich schon. Vielleicht sollte man ihn ein wenig düngen, damit Thymian wachsen kann? Natürlich nicht!

IMG_6790Die Motocrossbahn unten ist von hohen Besenginster-Beständen durchsetzt. Von allen Teilflächen erwarte ich hier am wenigsten. Dennoch muss man froh sein, dass hier Cross gefahren wird und dadurch wird die Fläche sicher länger offen bleiben und sich vorteilhaft entwickeln.

IMG_6793So sieht es nun auf der Cross-Bahn aus.

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IMG_6795Das kleine Rest Wald auf dem Grund der Sandgrube ist mit Kiefern und Birken bestanden. Bin gespannt, was sich in den lichten Beständen im Sommer so rumtreibt. Beim späteren Aufstieg in geschützter Lage fanden sich Lonicera periclymenum, einige Kotrippen und natürlich Raupen des Kleinen Eisvogels.

IMG_6796Südexponierte Hänge vom Talgrund aus betrachtet. Das "Krötenschild" findet sich hinten an den Teichen exakt drei mal... Ein Versuch, Bäumchen um die Teiche anzupflanzen, ist kläglich doch begrüßenswerter Weise gescheitert. Hoffentlich werden die Flächen später von Schafen beweidet!

IMG_6797Die Vegetation, die sich auf vielen der Sandflächen hält, sieht oft aus wie diese hier. Es scheint sich nur eine Grasart hier zu halten. Leider fällt mir die Bestimmung hier schwer - könnte es sich um Festuca pallens handeln?.

Im Frühjahr und Sommer werde ich das Gebiet gezielt nach den dort zu erwartenden Charakterarten durchsuchen. Interessant sollte auf jedem Fall der Vergleich zur Sandgrube in Merlebach ausfallen. Hat P. idas hier auch eine Population? Hat sich evtl. Hesperia comma hier ein Zuhause gesucht? Bin gespannt...

Brief aus Emmersweiler
Brief aus St. Nikolaus

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