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"Wachtelweizenscheckenfalter"

"Wachtelweizenscheckenfalter"

Wo stecken die Raupen und was fressen sie? Die Frage stellen wir uns nicht nur alleine im Saarland schon eine ganze Weile. Zwar heißt Melitaea athalia "Wachtelweizenscheckenfalter", doch an Wachtelweizen fand man die Raupen bisher nur in erwachsenem Stadium (auch fressend) - aber da fressen sie fast alles und sitzen überdies überall rum. So kommt es, dass wir diese nicht gerade seltene Scheckenfalterart immer noch auf der Raupen-Erstbeobachtungsliste von Rainer Ulrich vermissen.

Bei unserer letzten Raupenexkursion zu Lopinga achine in Lothringen konnten wir einige Raupen des Nachts im Schein von Stirnlampen finden. Sie fanden sich tatsächlich an Wachtelweizen, sie fanden sich aber auch auf Laub, an Ästchen und an anderen niedrigen Pflanzen. Die wesentliche Lektion aber war, dass die Raupen wohl tatsächlich nachtaktiv sind. Daher haben wir uns im Warndt nun aufgemacht, die Raupen nachts systematisch zu suchen. Etwas früher im Jahr sollte es sein, damit die Raupen noch im Jugendstadium sind und somit der Rückschluss auf die eigentliche Wirtspflanze sicherer ist.


Bild: Melitaea athalia in Kopula. Obschon sehr viele Weibchen umherfliegen und die Beobachtung von Eiablagen eigentlich ein Leichtes sein sollte, ist das bisher im Warndt noch nicht gelungen.

Thomas Reinelt und ich sind dann heute am Karfreitag gegen 20:30h mit Stirnlampen und Fotoausrüstung bewaffnet zum Warndtweiher. Im hinteren Bereich der Weiherschwänze hat Melitaea athalia seine besten Vorkommen im Warndt. Dort wächst genügend Wachtelweizen Melampyrum pratense, er ist im Verruf, eine Wirtspflanze des "Wachtelweizenscheckenfalters" zu sein. Weiter finden sich dort überschaubare Bestände verschiedener Wegericharten, die im Verdacht stehen, dass dort die Eiablage stattfinden könnte. Wir haben uns mangels besseren Wissens dazu entschieden, unser Suchspektrum nicht allzusehr einzuschränken. Wir haben quasi erst mal alle niedrigen frisch sprießenden Pflänzchen in näheren Augenschein genommen. Unter anderen wühlen wir in den dichten Beständen des Roten Fingerhuts Digitalis purpurea - zumindest halten wir es dafür.

Und tatsächlich im zweiten oder dritten Knäuel finden wir eine Raupe des "Wachtelweizenscheckenfalters". Im Schein der Stirnlampen nehmen wir uns gleich noch ein paar "Horste" vor und finden insgesamt 3 Raupen. Natürlich suchen wir auch intensiv an Wachtelweizen weiter, jedoch ohne Erfolg und auch Fraßspuren sind keine zu finden. Da sieht es bei den Veilchen schon besser aus - dort finden wir Kotkrümel und Fraßspuren. Diese sind aber eher von Boloria euphrosyne und dessen Raupen mögen wahrscheinlich eher Sonne als kalte Nächte.

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Thomas Reinelt vor Beginn der Suche. Es ist recht kalt - das Thermometer zeigt auf der Rückfahrt gegen 22:45h gerade mal noch 4°C an.

Die Raupen, die wir finden sind noch recht tief in Horst der Fingerhutblätter versteckt und wir müssen sie freiwühlen. Das wirft natürlich sofort die Frage auf, ob diese Methode bei Sonnenschein und warmem Wetter nicht genauso effizient ist. Vielleicht ist es gar effizienter, die Pflanzen an der Basis abzuschneiden und dann in einem hellen Eimer auszuklopfen? Wir werden das die Tage noch überprüfen!

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Hier die Raupe in etwa der Bildmitte in einigermaßen natürlicher Fundsituation. Das Bild ist geblitzt und dient bestenfalls als Beleg. Ganz schön verrückt nur wegen einem solchen Nachweis das Statif, den großen Blitz und die schwere Kamera mitzuschleppen... Die gefundenen Räupchen sind ca. 5-7mm groß.

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Das ist nun die Fundpflanze. Die übrigen Fundpflanzen sahen ähnlich aus - sie waren recht groß und die Blätter dicht. An den zahlreichen kleinen Pflanzen und an den älteren vertrockneten Pflanzen fanden wir keine Räupchen. Eine der drei gefundenen Räupchen haben wir mitgenommen, um zu sehen, dass sie die Pflanze auch tatsächlich frisst und sich nicht nur darin versteckt. Da wir auch Kotspuren und Fraßspuren fanden, ist das aber sehr wahrscheinlich.

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Mai 2011: Das ist die Stelle, an der die meisten Falter fliegen - weiter hinten ist die Windwurffläche und dort wachsen die meisten Fingerhüte und dort fanden wir auch die drei Räupchen.

Fortsetzung folgt!

Beitrag zur Larvalökologie von Melitaea athalia
Frühjahrswanderung in Langenfeld (Rheinland)
 

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